„Dieser Tag ist ein Erfolg für die Demokratie“

2.500 Menschen zeigen friedlich Gesicht gegen Naziaufmarsch am 09. März 2013 in Dessau-Roßlau / buntes Protest-Potpourri mit BÜHNENPROGRAMM, TOLERANZLAUF und MENSCHENKETTE

Zunächst wähnt man sich in einem Dejavû, ist doch alles wie immer an jenem Märztag in der Doppelstadt an Elbe und Mulde. Ein massives Polizeiaufgebot inkl. Absperrgitter und – schon das die erste Premiere – eine Reiterstaffel, eine Protestbühne von der schon vor Beginn der Auftaktkundgebung BUNT STATT BRAUN lauthals die „Ärzte“ oder wahlweise „Die Toten Hosen“ schallen, wehende Fahnen und Transparente des Netzwerkes GELEBTE DEMOKRATIE und die ersten Grüppchen von angereisten Neonazis, die sich auf dem Busbahnhof sammeln. Keine drei Stunden später wird dann zur Gewissheit, was wenige hofften und viele nicht für möglich gehalten haben: Die Protestkultur gegen rechts in dieser Stadt hat einen kleinen Quantensprung gemacht.

Das Konzept, mit anschlussfähigen Aktionsformen viel mehr Menschen als bislang für demokratische Alltagswelten und damit gegen den braunen Ungeist auf die Straße zu bringen, ist vollends aufgegangen. Quantitativer Ausdruck dieser Einschätzung ist eine imposante Zahl: 2.500. So viele waren es am Ende – und damit fünfmal mehr all in den vergangenen Jahren (mehr dazu hier…) und (hier…) – die zwischen Schlossplatz und Steinstraße, zwischen Museumskreuzung und Katholische Kirche und zwischen dem Jugendzirkus „Raxli Faxli“ und den Schülerbands des Liboriusgymnasiums eine unüberhörbare Botschaft im Gepäck haben: Nazis, nein Danke!
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„Wir haben ein Zeichen gesetzt und nicht nur reagiert“

Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE  protestiert mit Mahnwache LICHTER GEGEN RECHTS gegen Neonazikundgebung in Dessau-Roßlau

Eins ist an jenem 07. März 2013, genau 68 Jahre nach dem alliierte Bomberverbände Luftangriffe auf die Stadt flogen, schon einmal sicher: engagierte Bürger und Bürgerinnen haben einen historischen Ort besetzt. Vor den Toren des Friedhofs III im Dessauer Stadtteil Süd stehen, wie noch im Jahr zuvor (mehr dazu hier…), keine Neonazis, sondern Demokraten und Demokratinnen die genau hier mit einer Mahnwache die aberwitzige Inszenierung von Geschichtsverfälschung und Realitätsverlust verhindert haben. An jenem Friedhof also, auf dem von den Nazis verschleppte Zwangsarbeiter_innen, aber auch Soldaten der Roten Armee,  bestattet sind.

Rund 40 Rechtsextremisten aus der Region und dem gesamten Bundesland blieben der Stadt dennoch nicht erspart. Die haben sich ca. 700 Meter entfernt in Reih und Glied und mit Blickrichtung zur Fahrbahn in der Heidestraße positioniert. Umgeben von einem großen Polizeiaufgebot und mit brennenden Fackeln in der Hand, leugnen sie einmal mehr die Verbrechen des deutschen Nationalsozialismus und verhöhnen damit die Millionen von Opfern.
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„Come together – Dresden und der 13. Februar“

Filmvorführung und Gesprächsrunde mit Regisseurin am 08. März 2013 im KIEZ-Kino

Die Regisseurin Barbara Lubich ist am Freitag (08. März 2013), 19 Uhr zu Gast im Kiez, um dort ihren Film „Come together – Dresden und der 13. Februar“ (mehr dazu hier…) vorzustellen. Denn Dresden ist tatsächlich ein Sonderfall – nicht weil es im Krieg so schwer zerbombt wurde, sondern weil keine andere Stadt ihr Selbstverständnis aus der Zerstörung schöpft. Zugleich ist kaum ein anderes Datum der deutschen Geschichte so heftig umstritten, wie der 13. Februar 1945, den die Nazi ebenso für Propagandazwecke nutzen wie die DDR, während kirchliche Gruppen diesen Tag als Anlass zum Protest nahmen. Und heute? Ist Dresden zu einem der größten Aufmarschplätze für Neonazis geworden, wird in der Stadt über die „richtige“ Form des Gedenkens und des Protests gestritten.
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Open Air Kino „Der große Diktator“ am 09. März 2013 ab 15.00 Uhr am Anhaltischen Theater

Teil der Protestaktion BUNT statt braun – Gemeinsam gegen den Naziaufmarsch

Am Samstag, den 9. März 2013 zeigt das Anhaltische Theater um 15 Uhr Open Air den Klassiker „Der große Diktator“ zum Abschluss der Protestaktion EINE MENSCHENKETTE FÜR DESSAU-ROSSLAU des Netzwerkes GELEBTE DEMOKRATIE (mehr dazu hier…). Charlie Chaplins geniales und hellsichtiges Meisterwerk „Der große Diktator“ offenbart die Innenansichten eines Despoten auf bis heute nicht übertroffene Weise.Tomania wird von dem Diktator Hynkel regiert. Erbarmungslos drangsaliert er die Juden des Landes. Davon ahnt der jüdische Friseur, der ihm wie ein Zwillingsbruder gleicht, nichts. Bei einem Flugzeugabsturz hat der Friseur sein Gedächtnis verloren. Doch nun kämpft der kleine Mann mutig gegen Hynkels Schergen.
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Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE prämiert Siegerbeitrag im Rahmen des Schulplakatwettbewerbes BUNT STATT BRAUN

Exponate werden vom 08. Februar bis 08. März 2013 im Dessauer Rathaus gezeigt

Das Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE hatte im Oktober 2012 (mehr dazu hier…) in enger Kooperation mit dem Migrantenrat Dessau-Roßlau den Plakatwettbewerb BUNT STATT BRAUN ausgelobt. Schüler und Schülerinnen aus Dessau-Roßlau waren demnach aufgerufen, Plakate im Format bis DIN A2 einzureichen. Insgesamt gingen 9 Beiträge aus der Grundschule „Am Akazienwäldchen“ (Klassenstufe 3) und dem Gymnasium Philanthropinum (Klassenstufe 9-11) ein. Schließlich überzeugte die künstlerische Arbeit von  Michelle Danneberg, Michelle Jeßner, Duyen Le Hong und Maximilian Weber aus der 11. Klasse des Philanthropinums  die fachkompetente Jury.
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